Acer Aspire 3100 – Ein zweites Leben für alte Hardware
Acer Aspire 3100 – Ein zweites Leben für alte Hardware
Ein Freund kam auf mich zu und fragte, ob ich ein altes Programm von ihm wieder zum Laufen bringen könne. Es handelt sich um eine Software aus der Windows‑2000‑Ära: ein reines 32‑Bit‑Programm, nicht installierbar, nur als Kopie auf einem Datenträger vorhanden. Ein kleines Verwaltungsprogramm mit eigener Datenbankstruktur und einer Menge historischer Datenstände.
Meine erste Überlegung war eine virtuelle Maschine, die er jederzeit starten könnte. Doch wie erklärt man einem Ü60‑Jährigen, der gerade so mit seinem Smartphone zurechtkommt, eine VM – geschweige denn, wie er Daten hinein- oder herausschiebt.
Die Lösung fand sich schließlich in einem Stapel alter Notebooks: ein Acer Aspire 3103, äußerlich im makellosen Zustand, natürlich mit defektem Akku – aber nach 20 Jahren kann man das verschmerzen.
Sogar die originalen Aufkleber prangen noch auf dem Gehäuse. Ein AMD Sempron 3400+ treibt das Gerät an, gespeichert wird auf einer 60‑GB‑IDE‑Festplatte. Das Display liefert eine spiegelnde, aber helle WXGA‑Auflösung.
Zu meinem Erstaunen startete ein frisches Windows 7 Home 32‑Bit schnell und ohne Murren. Das Notebook wurde bereits auf 2 GB RAM aufgerüstet und reagiert damit erstaunlich flott. Auch das besagte Programm läuft ohne großen Installationsaufwand – nur die Datenbanksuche dauert gefühlt eine Ewigkeit. Nichts für meine Geduld.
Was also tun?
Das Acer gehört noch zu jener Generation von Notebooks, die einen gesockelten Prozessor besitzen – hier ein AMD‑Sockel S1 der ersten Generation. Der Sempron 3400+ war zwar nicht der langsamste, aber definitiv am unteren Ende der Leistungsskala. Physisch sollten alle S1‑Modelle bis hin zum Turion 64 X2 TL‑60 passen, sofern das BIOS sie erkennt. Ein TL‑60 liegt in meiner Sammlung, also warum nicht ausprobieren.
Die Suche nach einem „aktuellen“ BIOS mit einer passenden AGESA‑Version gestaltete sich schwierig – nicht jede Seite, die ein BIOS anbietet, verfolgt gute Absichten. Mit Hilfe von Übersetzern wurde ich schließlich in einem südamerikanischen Reddit‑Thread fündig. Der Windows‑BIOS‑Updater funktionierte tadellos, also ging es an die Hardware.
Das Acer ist erfreulich wartungsfreundlich: Zwei große Klappen geben den Blick auf alle wichtigen Komponenten frei.
Es sind sechs Schrauben zu entfernen bevor man den Kühler abnehmen kann. Die Schrauben am CPU Sockel sind beschriftet.
Die Wärmeleitpaste war nach all den Jahren natürlich steinhart. Wie man sieht ist der neue DIE erheblich größer, wird aber vom Kühler komplett erfasst. Nicht zu vergessen ist der Chipsatz. Auch da neue Paste bzw. Wärmeleitpad aufkleben.
Der CPU Tausch ist denkbar einfach Sockel öffnen, CPU einsetzen, Lüfter montieren, einschalten – und hoffen. Und siehe da: Es läuft.
Hat sich die Transplantation gelohnt?
Laut Benchmark mehr als eine Verdopplung der Leistung. Das alte Programm profitiert zwar nur begrenzt vom höheren Takt und größeren Cache, aber das gesamte System fühlt sich deutlich schneller an – vor allem dank des zweiten Prozessorkerns.

Fazit:
Manchmal lohnt es sich, gut erhaltene Consumer‑Hardware aufzuheben. Das Acer‑Notebook hat nun einen neuen Zweck gefunden und wird seinem Besitzer noch hoffentlich einige Jahre gute Dienste leisten.













